10 Tipps zum umweltfreundlichen Waschen

Wäsche waschen – eigentlich keine besonders komplizierte Tätigkeit,  sollte man meinen, und doch haben wir vor kurzem gelernt, dass man dabei ziemlich viel falsch machen kann. Dass Waschen keine besonders ökologische Angelegenheit ist, das ist bei dem Wasser- und Stromverbrauch offensichtlich. Und dennoch gibt es einige Tipps, die helfen, die Umwelt durch das eigene Waschverhalten weniger zu belasten:

1. Die richtige Waschtemperatur

Häufig wird wärmer gewaschen als erforderlich und das ist ein Problem, denn das Aufheizen des Wassers verursacht den höchsten Energiebedarf beim gesamten Waschvorgang. Das heißt, dass niedrige Waschtemperaturen deutlich weniger Strom verbrauchen und somit weniger CO2 produziert wird als bei hohen Waschtemperaturen. Der Stromverbrauch beim Waschen sinkt um über 35 Prozent, wenn die Waschtemperatur von 60°C auf 30°C oder 40°C gesenkt wird. So kann man seinen Stromverbrauch deutlich senken – schont damit die Umwelt und den eigenen Geldbeutel.

2. Vorsicht vor FÜLLSTOFFEn IN JUMPOPACKUNGEN

Häufig werden Waschmittel, besonders Waschpulver, in großen XXL-Packungen angeboten. Diese sind sehr beliebt, da sie den Eindruck erwecken, man könne mit ihnen Geld sparen. Stattdessen braucht man aber zum Teil bis zu doppelt so viel Pulver wie bei Waschmitteln aus kleineren Verpackungen, da die Mittel häufig mit Füllstoffen gestreckt werden. Diese Füllstoffe sind zum einen schädlich für Gewässer, zum anderen greifen sie den Beton der Kanalisation an, was Sanierungskosten nach sich zieht. Fazit: Man spart kein Geld und schadet zudem noch der Umwelt. Deswegen empfiehlt das Umweltbundesamt nur Hochkonzentrate zu kaufen. Waschmittel, die hoch konzentriert sind, erkennt man daran, dass sie eine Dosierung von maximal 70g pro Waschgang bei normaler Verschmutzung empfehlen. Diese geringe Angabe spricht für ein umweltfreundliches Waschmittel mit wenigen Füllstoffen und weniger eingesetzter Chemie.

3. Lieber PULVER STATT FLÜSSIGWASCHMITTEL

Flüssigwaschmittel belastet die Umwelt deutlich stärker als Pulver, da in flüssigem Waschmittel deutlich mehr Tenside zu finden sind. Tenside (synthetisch hergestellt oder natürlich gewonnen) sind waschaktive Substanzen, die die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen und als „Lösungsvermittler“ fungieren. Sie bewirken, dass zwei Stoffe, die man eigentlich nicht mischen kann, wie z.B. Öl und Wasser, miteinander vermengt werden können. Beim Waschvorgang sorgen sie so dafür, dass Schmutz von der Kleidung abgelöst wird. Hergestellt werden sie aus Erdöl, Kohle, Palmkernöl oder Kokosöl. Seit 2005 müssen Tenside, die in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt werden, vollständig biologisch abbaubar sein. Das heißt sie müssen innerhalb von 28 Tagen zerfallen sein. Da sie in diesen 28 Tagen dennoch eine Belastung für die Umwelt darstellen, ist jedes vermeidbare Tensid ein Gewinn für die Umwelt.

4. Waschmaschine voll beladen

Tatsächlich sollte man die Füllmenge der Waschmaschine voll ausnutzen. Als Faustregel gilt: so viel Wäsche rein machen, dass oben in der Trommel eine Hand noch hochkant reinpasst. Das spart Wasser und Strom.

5. ECO-Gang

Durch die Benutzung des ECO-Gangs kann man sehr viel Energie sparen, zwar braucht die Waschmaschine deutlich länger, doch wird die Wäsche genauso sauber und man spart Energie. Drei Stunden bei 30 Grad zu waschen bringt eine ähnliche Waschleistung wie eine Stunde bei 60 Grad, spart aber die Hälfte der Energie! Das Wasser muss nicht so stark aufgeheizt werden und das Waschmittel hat genug Zeit, um zu wirken. Also lieber etwas mehr Zeit zum Waschen einplanen und den lange ECO-Gang nutzen.

6. Keine Weichspüler

Weichspüler haben keine Reinigungsfunktion, sie dienen einzig und allein dem Zwecke die Wäsche weicher zu machen und ihr einen Duft zu verleihen. Anders jedoch verhält es sich mit den in Weichspülern enthaltenen Duftstoffen und weiteren organischen Inhaltsstoffen, zu denen es diesbezüglich keine gesetzlichen Vorgaben gibt. Daher gilt: Weichspüler nur dann einsetzten, wenn man seine Funktion wirklich benötigt, um so einen zusätzlichen Eingang von Chemikalien in die Umwelt zu verhindern. Außerdem gelangt der Weichspüler erst im letzten Spülgang an die Wäsche. Das Mittel legt sich auf die Fasern und wird nicht mehr abgespült. Dadurch trocknen ich Handtücher zum Beispiel hinterher schlechter.

7. Stecker ZIEHEN

Wie bei allen technischen Geräten gilt auch bei der Waschmaschine: bei Nichtbenutzung den Stecker ziehen, denn auch sie verbraucht sonst Strom.

8. KEINE DUFTSTOFFE

In fast allen Waschmitteln sind Duftstoffe enthalten, obwohl sie für die Reinigung völlig wirkungslos sind und stattdessen als potenziell allergieauslösend gelten. Neben diesen gesundheitlichen Risiken bringen Duftstoffe auch im Wasser Probleme mit sich. Sie sind giftig für Wasserorganismen und nur sehr schwer abbaubar. Daher lieber auf duftfreie Produkte zurückgreifen.

9. Kein Trockner

Tatsächlich ist der Stromverbrauch der Waschmaschine im Vergleich zum Trockner läppisch, dieser gehört zu den größten Stromfressern im Haushalt. Wäschetrockner sind für ca. drei Prozent des deutschen Stromverbrauchs verantwortlich! Also den Trockner möglichst selten nutzen und zur guten alten Wäscheleine zurück kehren. Falls der Kauf eines solchen Geräts jedoch z.B. aufgrund hoher Mengen von Wäsche doch notwendig wird, dann sollte dringend auf dessen Energiebedarf geachtet werden, eine gute Übersicht findet man hier.

10. Waschmittel selbst machen

Laut dem Umwelt Bundesamt gibt es kein Waschmittel, das umweltfreundlich ist, denn in jedem Waschmittel können Stoffe enthalten sein, die biologisch nicht abbaubar sind oder Gewässerorganismen schädigen oder sich in der Umwelt anreichern. Auch alternative Waschverfahren, wie z.B. die Verwendung von Waschbällen eignen sich laut einer zitierten Studie der Universität Bonn noch nicht dazu, superkompakte Waschmittel zu ersetzen. Doch es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Waschmittel selbst machen! Und das haben wir vor. Wir werden euch berichten, wie es geklappt hat und wie die Reinigungswirkung ist.

Das waren sie, meine zehn Tipps zum umweltfreundlichen Waschen. Viele Tipps waren euch mit Sicherheit schon bekannt, doch vielleicht konntet ihr auch noch etwas lernen. Ich persönlich war bei der Recherche von manchen Sachen ziemlich überrascht. Wir verwenden jetzt zum Beispiel nur noch den langen Eco-Gang anstatt des schnellen Kurzwaschprogramms. Ich hoffe, ihr konntet auch etwas mitnehmen.

Bis bald,
eure Lena

 

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Lena

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