FairNetz – die Plattform für Initiativen

Es gibt in Deutschland viele Initiativen, die sich für ein nachhaltigeren Alltag einsetzen. Wir möchten euch auf unserem Blog diese vorstellen, die uns inspirieren, und so euch auch Inspiration geben, vielleicht selbst ein ähnliches Projekt zu starten. Heute stellen wir euch FairNetz Kiel vor, die sich dafür einsetzen, dass nachhaltige Projekte nicht nur in einschlägigen Kreisen bekannt sind, sondern einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Ihr habt selbst ein Projekt, das zu den Themen unseres Blogs passt? Dann schreibt uns doch einfach eine Mail!

Seit wann gibt es euch denn und was ist eure Idee?

Wir studieren in Kiel „Sustainability, Society and the Environment“ im Master, wohnen seit Oktober in Kiel und haben von Anfang an immer wieder gehört, dass in Kiel so viel los ist mit ganz vielen Initiativen und Organisationen. Aber für uns war gar nicht klar, wo man sich genau engagieren kann, wo man die Initiativen findet und wie man an sie rankommt oder wo man auch, zum Beispiel, bestimmte Dinge kaufen kann. Aus diesem Bedürfnis ist so für uns der Wunsch entstanden: Wir wollen eine Plattform aufbauen, auf der genau diese Dinge schnell gefunden werden können und über die nachhaltige Angebote in Kiel zugänglicher für alle gemacht werden. Dadurch ist dann im Oktober die Idee zu Fairnetz entstanden, welche wir seit Beginn des Jahres aktiv umsetzen.

Das heißt, ihr baut Fairnetz im Rahmen eures Studiums auf?

Ja, das ist bei uns praktisch in den Masterstudiengang integriert. In einem vorbereitenden  Projektkurs beschäftigen wir uns mit sozialen, umweltlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen in unserer Umgebung und suchen dann nach Lösungsansätzen. Wir lernen dabei viel und werden vielseitig unterstützt. Außerdem hatten wir von Anfang an das Glück, mit einer finanziellen Förderung durch den Yooweedoo Ideenwettbewerb rechnen zu dürfen.

Ihr seid damals frisch in Kiel angekommen. Wie habt ihr überhaupt gesehen, dass es für das Projekt überhaupt einen Bedarf gibt?

Für uns war ziemlich schnell klar, dass wir durch unseren Studiengang in einer gewissen Nachhaltigkeitsblase stecken. Gleichzeitig haben wir gemerkt, dass selbst die Leute innerhalb dieser Blase kaum einen Überblick haben, was es so alles gibt: Veranstaltungen, Initiativen, Angebote und so weiter. Da haben wir gedacht: wenn uns das schon so geht, dann geht es den meisten Menschen in Kiel, die mit diesen Nachhaltigkeitsthemen gar nicht so viel zu tun haben, bestimmt ebenso. Genau das möchten wir angehen.

Das Projekt ist also zunächst auf Kiel begrenzt?

Ja.

Wenn ich also ein Projekt in Kiel habe, kann ich auf eure Webseite gehen und mein Projekt dort eintragen, damit andere Menschen mich finden können?

Momentan läuft es noch so, dass wir es moderieren. Man kann mit uns in Kontakt treten, um diese Initiative auf die Seite zu stellen. Man muss das nicht selbst machen, sondern wir übernehmen das.

Welche Informationen werden dort angezeigt?

Es wird eine relativ übersichtliche Datenbank, das heißt man kann sehr schnell herausfinden, welche Unternehmen es gibt, wenn man nach etwas Bestimmtem sucht, zum Beispiel Second-Hand-Kleidung oder Bio-Obst. Man kann das relativ schnell durch die Suchfunktion finden, aber kriegt gleichzeitig auch Inspiration durch Artikel und auch durch unsere sozialen Medienkanäle, um z.B. neue Initiativen oder Läden zu finden. Es gibt auch noch viele weitere Artikel von anderen Blogs, die von uns zum Thema Nachhaltigkeit geteilt werden: Wie man Sachen selber machen kann, wie man seinen Lebensstil umstellen kann, wie zum Beispiel den einfachleben.blog (lacht).

Es gibt bereits einen monatlichen Veranstaltungskalender und unsere Webseite ist inzwischen online. Im Veranstaltungskalender bekommt man einen Überblick über die Veranstaltungen, an denen man jeden Monat teilnehmen kann.

Was, wenn ich kein Internet habe? Habt ihr auch offline-Angebote?

Das ist momentan noch schwierig. Von unserer Seite nicht direkt. Wir konzentrieren uns im Moment auf den online-Bereich, weil das der beste Weg ist, unsere Hauptzielgruppe gut zu erreichen. Klar ist, dass wir dadurch auch den einen oder die andere nicht direkt zu unserer direkten Zielgruppe zählen können. Parallel gibt es aber noch eine Initiative, mit der wir kooperieren. Das ist die Transition Town Initiative als Teil des Muddimarkts, die an einem Nachhaltigkeitswegweiser in Broschürenform arbeitet. Da helfen wir uns gegenseitig, um einfach jeden, jung oder alt, online oder offline seinem oder ihrem Weg bestens mit Informationen zu versorgen.

Unser Blog konzentriert sich ja nicht nur auf Kiel, sondern deutschlandweit. Welche Tipps könnt ihr Menschen geben, die ein ähnliches Projekt starten möchten?

Es geht uns ja darum, ein Netzwerk zu erstellen, das heißt wir denken, dass es das Beste ist, nicht alleine zu arbeiten, sondern sich mit anderen auszutauschen. Dadurch lernt man, wo Stärken und Schwächen liegen und bekommt auch mit, was so an Projekten und Ideen nicht so gut funktioniert. Es kann einem ganz viel Motivation geben, zu merken: Man ist da nicht alleine bzw. man kann durch den Austausch auch mal noch neue Ideen bekommen, die die Entwicklung des Projekte weiterbringen. Zusammenarbeit ist ganz wichtig. Wenn man sieht, dass ein anderes Projekt ähnliche Ziele hat, empfehlen wir, Kooperationen einzugehen. So lassen sich dann die eigenen Ziele viel einfacher verfolgen und erreichen.

Wie seht ihr die nächsten Wochen und Monate vor euch? Was sind jetzt die nächsten Projekte?

Wir wollen jetzt erstmal unsere Webseite weiterentwickeln und mit Inhalten füllen. Das ist bis jetzt wirklich nur eine Erstfassung, auf der eine Reihe von Unternehmen und Initiativen vertreten sind. Wir haben da noch einige Funktionen, die wir noch einbauen möchten; da wird sich auf jeden Fall noch einiges entwickeln. Wir wollen auch in den nächsten Monaten mit den Netzwerktreffen beginnen, die wir für die Initiativen und Unternehmen in der Stadt organisieren, und bei denen sie sich kennenlernen und gegenseitig helfen können.

Mehr Informationen zu Fairnetz Kiel findet ihr unter www.fairnetz-kiel.de. Sie sind zudem auf Facebook (www.facebook.com/FairNetzKiel) und auf Instagram (@fairnetz.kiel) zu finden.

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Philipp

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