Müllfrei(er) Einkaufen – 8 Tipps

Vor einigen Wochen waren Philipp und ich auf einem Seminar, dort erzählten uns zwei Frauen wie sie versuchen, möglichst müllfrei zu leben. Sie gaben uns die Aufgabe, daheim mal in die Mülleimer zu schauen, um zu sehen, was bei uns den meisten Müll produziert. Unser Blick in den Mülleimer war eindeutig, der Hauptteil unseres Mülls stammte von Verpackungen: Tetrapacks von der Hafermilch, Plastikverpackungen von Gemüse, Verpackungen von Chips und Gummibärchen, usw.
Und so suchten wir nach Lösungen, um diesen Verpackungsmüll beim Einkaufen zu verringern. In meinem heutigen Artikel möchte ich euch deshalb ein paar Tipps vorstellen, mit denen auch ihr müllfrei(er) einkaufen könnt:

1. Stoffbeutel/Taschen/Körbe zum Einkaufen mitnehmen
Eine super einfache Maßnahme, um Plastiktüten zu vermeiden. Ich habe inzwischen in meiner Tasche ständig einen Stoffbeutel dabei, so kann ich auch mal spontan nach der Uni einkaufen gehen und muss nicht immer daran denken, extra eine Tasche einzupacken. 😉

2. Eigene Tüte beim Bäcker
Zwar gibt es beim Bäcker meist Papiertüten, doch auch die sind an sich unnötig. Außerdem verbraucht deren Herstellung eine Menge Energie, Wasser und Bäume. Stattdessen bietet es sich an, einfach selbst eine Tüte oder einen Beutel für die Brötchen/das Brot mitzubringen. Zwar dürfen die VerkäuferInnen die fremden Gegenstände meist (aus hygienischen Gründen) nicht hinter die Theke nehmen, doch können sie die Brötchen auf die Theke legen, von wo man sie selbst einpacken kann. Beim ersten Mal werdet ihr wahrscheinlich einen etwas überraschten Blick ernten, aber ansonsten sollte das kein Problem darstellen. Und vielleicht könnt ihr so auch umstehende Kunden motivieren, auf selbst mitgebrachte Tüten umzusteigen.

3. Selbst mitgebrachte Dosen an der Käse-/Wursttheke
Wie auch beim Bäcker gibt es hier die Möglichkeit, den Verpackungswahnsinn durch selbst mitgebracht Dosen zu beenden. Auch hier dürfen die Dosen nicht hinter die Theke genommen werden, aber wie beim Bäcker ist ein Abstellen auf der Theke im Normalfall in Ordnung.

4. Alternativ einkaufen bei Gemüse und Obst
Hier ist die Verpackung besonders ärgerlich, denn so ist es meist das Biogemüse, das nochmal extra in Plastik eingeschweißt ist. Die erste Möglichkeit sind Bioläden, in denen das Gemüse im Normalfall nicht extra verpackt ist, da es dort nur Bio zu kaufen gibt. Eine andere Möglichkeit ist, Gemüse auf dem Wochenmarkt einzukaufen, auch dort ist es eigentlich immer unverpackt und dazu oft regional produziert. Für diejenigen, die keine Zeit haben, jede Woche auf den Markt zu gehen, bietet sich eine Gemüsekiste an. Auch wir haben eine und bekommen damit jede Woche eine Kiste mit Obst und Gemüse von einem kleinen Biobauernhof bei uns in der Umgebung geliefert. Solche Gemüsekisten gibt es inzwischen in ganz Deutschland und lassen sich einfach im Internet finden. Im Supermarkt lässt sich auch Müll sparen, indem man einfach selbst zwei, drei Tüten von daheim mitbringt, in welche man das Obst/Gemüse einpackt. So kann man auf die kleinen Plastiktüten des Supermarkts verzichten.

5. Über verpackungsfreie Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe informieren
müllfreieinkaufen.de“ eine Webseite mit einem Einkaufsratgeber. In diesem kann man einfach seine Stadt, dann den Umkreis, indem man gewillt ist einzukaufen und seine Verpackungspräferenzen angeben. Also ich kann z.B. angeben, dass Glas und Papier okay ist – ich aber kein Plastik möchte. Und dann zeigt mir die Seite, in welchen Läden ich welche Lebensmittel in der gewünschten Verpackung bekomme.

6. Einkaufen im Unverpacktladen
Die einfachste Methode, Müll beim Einkaufen zu vermeiden bietet natürlich der Unverpackt-Laden. Das Konzept ist, wie der Name es schon vermuten lässt, dass man in diesem Laden ohne Verpackungen einkaufen kann. Das heißt man bringt seine eigenen Gefäße mit, in welche man dann die Lebensmittel fühlt. Wir gehen inzwischen um die zweimal die Woche in den Unverpacktladen – das Ergebnis seht ihr auf dem Titelbild. Unsere meisten Lebensmittel lagern wir zurzeit in Gläsern. Im Unverpacktladen bekommt man tatsächlich so gut wie alles: Gemüse, Obst, Getreideprodukte, Müsli, Nudeln, Süßigkeiten, Waschmittel, etc. – wir waren selbst ziemlich überrascht. Eine Liste mit allen Unverpacktläden in Deutschland findet ihr hier.

7. Selbst machen
Die wohl offensichtlichste Methode um Müll zu vermeiden. Denn gerade bei Kosmetikprodukten o.ä. ist es wirklich schwer, Müll zu vermeiden. Daher machen wir inzwischen auch vieles selbst und bemühen uns auch weiterhin, auf noch mehr selbstgemachtes umzustellen.Das Ergebnis könnt ihr weiter auf unserem Blog verfolgen. 😉  Die ersten Rezepte zu Brot, Sauerteig und Hafermilch findet ihr bereits in unserem Blog.

8. Große Gebinde kaufen
Insbesondere bei Nudeln, Reis, etc. fällt es ohne unverpackt Laden schwer auf Verpackungen zu verzichten, doch es gibt einen Trick, mit dem man die Verpackung zumindest reduzieren kann: Nudeln und Co in großen Gebinden kaufen. Insbesondere gut haltbare Lebensmittel kann man getrost in großen Verpackungen kaufen und so Müll einsparen.

Pro Kopf produziert jeder Bürger 159 Kilogramm Hausmüll pro Jahr (Statistisches Bundesamt 2015), hinzu kommen 57 Kilogramm Biomüll, 23 Kilogramm Glas und so weiter – das sind insgesamt 454 Kilogramm Müll pro Person und über 37 Millionen Tonnen Müll pro Jahr in ganz Deutschland! Allein 33 kg Verpackungsmüll verbraucht der Durchschnittsdeutsche jedes Jahr. Lasst uns die Welt gemeinsam ein wenig müllfreier gestalten und diese Zahlen senken!

Wenn ihr noch weitere Tipps habt, wie man Müll, insbesondere beim Einkaufen vermeiden kann, dann kommentiert gerne. 🙂

Eure Lena

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Lena

lena@einfachleben.blog

6 Gedanken zu „Müllfrei(er) Einkaufen – 8 Tipps

  1. Annett sagt:

    Wir versuchen seit Wochen angestrengt die Bäcker Papiertüten zu umgehen. Leider müssen wir uns immer pampige Antworten anhören. Teilweise weigern sich die Verkäufer und tun es trotzdem in die Tüte. Dabei wäre ein Übergabekorb eine Lösung. Wir haben das jetzt aufgegeben. In meiner Heimat Sachsen ist das überall total normal mit Jutebeutel aber hier in NRW geht es irgendwie nicht. Werde wohl dazu über gehen selber wieder Brötchen zu backen

    • Lena sagt:

      Liebe Annett, das ist aber sehr schade, dass die VerkäuferInnen sich da weigern. Das habe ich tatsächlich bisher in Bäckereien sehr selten erlebt. Selbst backen scheint da tatsächlich eine gute Alternative.

  2. Hanna sagt:

    Tolle Tipps! Leider ist der OriginalUnverpack-Laden in meiner Gegend etwas teurer. Aber ein guter Mix macht es sicherlich auch.

    Papier – vor allem für Notizblöcke etc – kann man auch super sparen, in dem man z. B. die Pizzaverpackung nicht wegwirft. Einfach zurechtschneiden und losschreiben. Mein Favorit: Umbeutel von Tee sammeln und dort kleine Nachrichten, Notizen etc draufschreiben. Ich selbst brauche gar keine Notizblöcke mehr; im Büro funktioniert das auch wunderbar.

    • Lena sagt:

      Das ist auch eine super Idee! Dann landen unsere Pizzakartons und Teeverpackungen in Zukunft auf jeden Fall erstmal nicht im Altpapier. Ich benutze nämlich gerne kleine Zettel für meine To-Do-Listen, da eignet sich das ja perfekt. 🙂

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