7 Tipps für weniger Lebensmittelverschwendung

456 Kilogramm Lebensmittel kauft sich jeder Mensch in Deutschland pro Jahr, gegessen werden davon aber nur 375 Kilogramm. Das bedeutet, dass rund 20% unserer gekauften Lebensmittel auf dem Müll landen. Das ist nicht nur für den eigenen Geldbeutel schlecht, sondern auch für die Umwelt und die soziale Gerechtigkeit auf unserem Planeten. Die Produktion dieser Lebensmittel kostet sehr viel Energie und auch Zeit, sie wegzuwerfen ist eine große Verschwendung von Ressourcen.

Die Gründe für die Lebensmittelverschwendung sind vielfältig. Da sind auf der einen Seite die Supermärkte, die Obst und Gemüse wegwerfen, das nicht mehr perfekt aussieht oder nicht den Erwartungen der Kund*innen entspricht. Das hat mit Regulierungen und Lebensmittelhygiene zu tun, aber auch mit uns. Aufgrund des Überangebots sind wir es gewohnt sind, nur perfekt aussehende Lebensmittel im Einkaufskorb zu haben und kaufen entsprechend nur diese. Mehr als die Hälfte der Lebensmittel wird allerdings zu Hause weggeworfen. Jede*r kann selbst etwas gegen die Lebensmittelverschwendung tun. Jeder kleine Schritt in die Richtung weniger Essen wegzuwerfen ist ein wichtiger und in der Summe kann damit viel bewirkt werden. Wie du selbst der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken kannst, zeigen wir dir anhand dieser sieben Tipps.

1. Den Einkauf planen

Spontaneinkäufe führen oft dazu, dass man erstens Dinge kauft, die man eigentlich gar nicht braucht und auch Dinge kauft, die zu Hause schon im Kühlschrank sind. Wer sich also vor dem Einkauf den Kühlschrank anschaut, spart nicht nur Geld, sondern muss auch weniger schleppen.

2. “Hässliches” Gemüse und Obst kaufen

Gerade Gemüse und Obst, das nicht mehr perfekt aussieht, landet mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im Müll. Im Super- oder Wochenmarkt kann man sich deshalb auch bewusst für das nicht so schöne Gemüse entscheiden. Nur weil eine Paprika eine Delle oder eine Banane einen braunen Fleck hat, schmecken sie deshalb nicht weniger gut. Im Gegenteil: Bananen entfalten sogar erst dann ihren vollen Geschmack wenn sie wirklich reif sind.

3. Richtige Lagerung im Kühlschrank

Der Kühlschrank ist nicht an allen Stellen gleich kalt. Fleisch, Wurst und andere leicht verderblichen Lebensmittel sollten in die kälteste Zone, Obst und Gemüse brauchen es nicht ganz so kalt und kommen deshalb ganz unten rein. Wie man den Kühlschrank richtig einräumt, kann man in dieser Illustration anschauen.

4. Die Sinne einsetzen

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt an, wie lange ein Lebensmittel mindestens haltbar ist, was nicht bedeutet, dass es einen Tag später schlecht ist. Ist das MHD erreicht, das Lebensmittel nicht ungesehen wegwerfen. Bei Unsicherheit, ob es noch gut ist, hilft es sich es anzuschauen, daran zu riechen und auch zu probieren. Wenn die Sinne nicht negativ anschlagen, kann man es ungefährdet essen. Allerdings: Auf leicht verderblichen Lebensmittel wie Hühnchen- oder Hackfleisch ist das Verbrauchsdatum angegeben. Ist dieses überschritten, sollte das Lebensmittel entsorgt werden.

5. Kreativ kochen

Kochreste kann man oft für neue Kreationen verwenden. Übrig gebliebenes Gemüse lässt sich zum Beispiel schnell in einen leckeren Aufstrich verwandeln oder man macht eine Gemüsesoße daraus. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat eine App entwickelt, die übrig gebliebene Zutaten in ein tolles Rezept umwandelt.

6. Sharing is Caring

Sollte doch etwas übrig bleiben, kann man die Lebensmittel auch mit Freund*innen und Bekannten teilen. Auf Facebook gibt es zahlreiche Foodsharing-Gruppen für so gut wie jede Stadt, in denen du übrig gebliebenes Essen verteilen kannst.

7. Foodsaver*in werden

Wer aktiv Lebensmittel vor der Tonne retten möchten, der/die ist beim Portal Foodsharing genau richtig. Dort kann man selbst Foodaver*in werden und bei kooperierenden Betrieben Lebensmittel abholen, diese für sich selbst verwenden oder sie mit anderen teilen. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Man mag auf den ersten Blick keinen Zusammenhang sehen zwischen Lebensmittelverschwendung in Deutschland und Hunger in anderen Teilen der Welt. Lebensmittel, die in Deutschland nicht verwertet werden, haben Platz auf einem Acker beansprucht, der auch für Nahrung für einen anderen Menschen hätte genutzt werden können. Durch das Wegwerfen wird auch schlichtweg Nahrung vernichtet, die jemand anderes hätte essen können. Länder des globalen Südens müssen oft einen Großteil ihrer Nahrungsmittel importieren, meist aus dem globalen Norden. Durch unsere Lebensmittelverschwendung wird das Angebot verknappt, so steigen die Preise für die Menschen, die es sich am wenigsten leisten können.

Mit diesen 7 Tipps, möchten wir zeigen, dass wirklich alle für eine geringere Lebensmittelverschwendung sorgen können und es gibt sicherlich noch viele, viele mehr. Wenn du noch Tipps hast, poste sie doch einfach unten in den Kommentaren!

Du fandest diesen Artikel interessant? Dann schau doch in unserer Zero Waste Academy vorbei. Dort haben wir zu diesem und vielen weiteren Themen Videos vorbereitet.

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2 Gedanken zu „7 Tipps für weniger Lebensmittelverschwendung“

  1. Warum so viel verschwendet wird, kann man eigentlich immer mit „Fehlplanung“ beantworten. Sind die Dinge verhältnismäßig billig, wird die Hemmschwelle natürlich nochmal kleiner.

    Ich denke im Privatbereich kann man der Verschwendung ganz gut entgegenwirken. Es gibt ja nicht nur Großpackungen zu kaufen und wenn, kann man je nach Inhalt einen Teil davon einfrieren.
    Ich selbst werfe zwar schon mal locker was weg, wenn’s z.B. einfach nicht schmeckt (davon würde ich auch einen größeren Rest nicht einfrieren), versuche aber so zu planen, dass entweder gar keine Überbleibsel entstehen oder, dass diese eben gut einzufrieren sind. Vieles hält auch ohne einzufrieren einige Zeit im Kühlschrank.

    Zur Verschwendung im Gastrobereich kann ich gar nichts sagen, aber auch da wird es sich im weitesten Sinne um Fehlplanung beim Einkauf handeln.
    Ganz klar ist, was einmal über den Küchentresen hinausging, darf nicht mehr zurück in den normalen Küchenkreislauf. Und das finde ich auch richtig.

  2. Richtige Planung und einen Wochenmenüplan ist unser Beitrag, um möglichst wenig Essen wegzuwerfen.
    Einen Gemüsegarten haben wir auch und Pflanzen möglichst viele verschiedene Gemüsesorten an.
    Aus jeden einzelnen Gemüsesorte kann man die “Essenz” einfrieren und zum Essen im Winter benutzen. Z.B. Tomatenessenz als Tomatensuppe im Winter.Bringt außerdem denn Sommer kurzfristig zurück auf den Teller.
    Viele Grüße aus Jever

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