8 Tipps zum grünen und sicheren surfen

100 Millionen Mal wird Google in Deutschland um Hilfe gebeten – pro Tag! Wer im Netz aktiv ist, nutzt auch automatisch eine Suchmaschine – zumeist Google, dessen Marktanteil bei etwa 90% liegt. So beliebt Google ist, so kritisch wird es von manchen Seiten auch gesehen. Forscher haben berechnet, dass eine Suchanfrage bei Google vier Watt pro Stunde verbraucht, was einer Energiesparlampe entspricht, die eine Stunde lang brennt. Neben dem gigantischen Stromverbrauch steht der Umgang mit Daten. Google  verdient mit unseren Daten Geld und speichert deshalb jede einzelne Suchanfrage ab, um so das Verhalten der NutzerInnen im Netz herauszufinden. Zum Glück ist Google, wie so vieles, nicht alternativlos. Ich stelle euch Suchmaschinen vor, mit denen ihr “grüner” surfen und eure Daten schützen könnt.

Grüner Surfen

Bevor ich die Recherche für diesen Artikel begann, schrieb ich mir Suchmaschinen auf, die ich bereits kannte. Überraschenderweise werden Anbieter wie Znout oder Forestle inzwischen auf Ecosia weitergeleitet, weshalb der Markt für grüne Suchmaschinen inzwischen sehr überschaubar ist. Die Neutralisierung von CO2-Emissionen jeglicher Art wird dabei zu Recht auch kritisch gesehen. Zumeist werden Einnahmen in Projekte, wie zum Beispiel das Pflanzen von Bäumen, in fernen Ländern investiert, um dort CO2 einzusparen statt beispielsweise den eigenen Server mit Ökostrom zu betreiben oder Projekte in Deutschland zu unterstützen. Nichtsdestotrotz unterstütze ich persönlich solche Herangehensweisen, da sie allemal besser sind als gar nichts zu tun.

  • Ecosia: In Deutschland entwickelt, generiert Ecosia, wie Google, Einnahmen über Suchanzeigen, welche schließlich aber in das Pflanzen von Bäumen bei Partnerprojekten investiert werden, um so den bei der Anfrage produzierten CO2-Ausstoß zu kompensieren. Ecosia ist dabei keine Suchmaschine, die selbst im Netz sucht, sondern zeigt bei der Suche die Ergebnisse von Bing an.
  • Hornvogel: Diese Suchmaschine unterstützt mit ihren Einnahmen ein Arten- und Umweltschutzprojekt zur Erhaltung des Korallenschnabel-Hornvogels. Es dürfen dort nur Firmen werben, die mit Rücksichtnahme auf die Umwelt wirtschaften, die Ergebnisse basieren auf der Google-Suche.
  • UmLu: Die UmweltLupe gibt Ergebnisse zu grünen und nachhaltigen Themen Vorrang. Wer also spezifisch etwas in diese Richtung sucht, ist mit Umlu gut beraten (z.B. für das Suchen grüner Suchmaschinen 😉 ). Auch hier wird Google als Basis genutzt.

Eine grüne Suchmaschine möchte ich hier gesondert erwähnen, da die nicht zu den obigen passt, aber trotzdem sehr hilfreich ist: WeGreen. WeGreen ist ein Add-On für euren Browser, der euch bei vielen online-Shops anzeigt, wie nachhaltig das Produkt und dessen Hersteller ist, für das ihr euch gerade interessiert.

Sicherer surfen

Leider gibt es noch keine Suchmaschine, die grünes und sicheres surfen miteinander verbindet. Aus diesem Grund muss man sich für das eine und gegen das andere entscheiden. Im Segment der sicheren Suchmaschinen ist das Angebot um einiges größer als bei den grünen Suchmaschinen. Aus diesem Grund sollte man sich die jeweiligen Angebote genauer anschauen und dann selbst entscheiden.

  • DeuSu: Das ist eine anonyme, werbefreie Open Source Suchmaschine, die ausschließlich über Spenden finanziert wird. Der Vorteil von DeuSu ist der eigene Suchindex, d.h. es werden eigene Suchergebnisse erstellt, während viele andere sichere Suchmaschinen die Ergebnisse anderer anzeigen.
  • DuckDuckGo: Diese Suchmaschine speichert keine persönlichen Daten, die Suchhistorie wird nicht gespeichert, weshalb auch keine Daten an Werbetreibende verkauft werden können. Das interessante bei DuckDuckGo ist, dass die Community an der Suchmaschine arbeiten kann, um sie zu verbessern.
  • Ixquick: Auch hier werden keine Suchergebnisse oder IP-Adressen gespeichert. Obwohl diese Suchmaschine die Ergebnisse der Google-Suche anzeigt, kann durch die SSL-Verschlüsselung auch Google nicht auf die Daten zugreifen. Ixquick ist die erste und einzige offiziell nach EU-Datenschutzrecht geprüfte und zertifizierte Suchmaschine.
  • MetaGer: Dies ist ein eingetragener Verein und verfolgt deshalb nicht das Ziel Geld zu verdienen. Das “Meta” im Namen steht für “Meta-Suchmaschine”. Das bedeutet, dass hier über 50 Suchmaschinen bei einer Anfrage abgefragt werden und diese Ergebnisse schließlich angezeigt werden. MetaGer wird unter anderem in Zusammenarbeit mit der Leibniz-Universität Hannover betrieben und weiter entwickelt.
  • Qwant: In Frankreich entwickelt, ist sie inzwischen auch in einer deutschen Version verfügbar. Wie die vorherigen Suchmaschinen auch, wird hier versprochen, keinerlei Daten der NutzerInnen zu speichern. Es gibt hier jedoch die Möglichkeit, ein Konto einzurichten, um die Suchmaschine zu personalisieren. Die angegebenen Daten werden jedoch nicht an Dritte weiter verkauft.

Wie ihr seht, gibt es insgesamt eine große Anzahl an Alternativen zu Google. Etwas schade ist, dass grünes surfen und Datenschutz noch nicht in einer Suchmaschine verbunden werden können. Trotzdem sollte bei dieser Auflistung hier für jeden etwas dabei sein. Wenn ihr selbst noch Suchmaschinen kennt, die hier unbedingt aufgelistet werden sollten, dann schreibt mir doch einfach euren Tipp unten in der Kommentarspalte.

Bis denne,
Philipp

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Philipp

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2 Gedanken zu „8 Tipps zum grünen und sicheren surfen

  1. Anonymous sagt:

    Mit diesem Thema habe ich mich bisher noch gar nicht beschäftigt. Danke für diesen interessanten Artikel! Welche Suchmaschine benutzt du denn?

    • Philipp sagt:

      Inzwischen benutze ich DuckDuckGo, zuvor Ecosia. Bei letzterer war ich aber nicht sehr zufrieden mit den Suchergebnissen, bei DuckDuckGo sind die aber sehr gut.

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