Fast Fashion

Fast Fashion – die sozialen Folgen

Durchschnittlich besitzt jede*r Deutsche 95 Kleidungsstücke, etwa jedes fünfte davon wird nie getragen und die gesamte Textilproduktion verursacht in nur einem Jahr über eine Milliarde Tonnen CO2, mehr als alle internationalen Flüge und Schifffahrten zusammen. Die Wahl und die Nutzung unserer Kleidung hat Einfluss auf unserer eigene Gesundheit, die von unseren Mitmenschen aber auch auf die Umwelt. In diesem Artikel haben wir bereits über Mode und ihre Auswirkungen auf unsere Umwelt geschrieben. Nächste Woche folgt noch ein Artikel mit den Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Der Kauf unserer Kleidung hat natürlich Auswirkungen auf die Menschen, die sie herstellen. Und genau darum geht es in diesem Artikel.

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  1. Kleidung und Umwelt

Auf Menschenrechte pfeifen

Die meisten unserer Klediungsstücke sind importiert (90%), über die Hälfte kommt aus China, der Türkei, Bangladesch oder Indien. Sicherlich hast du schon von den teils sehr prekären Arbeitsbedingungen in Textilfabriken in China oder Bangladesh gehört. Im Jahr 2013 stürzte das Fabrikgebäude Rana Plaza in Bangladesh ein. Die Bilanz: Mehr als 1.000 Tote und 2.000 Verletzte. Dort haben zum Beispiel C&A, Benetton, Mango, Primark oder Kik zumindest teilweise Kleidung produzieren lassen. Und das ist nur eines von mehreren Beispielen.

In der Modeindustrie gibt es vier zentrale Probleme: Niedriglöhne, prekäre Beschäftigungsformen (z.B. Kurzzeitverträge), Verstöße gegen das Recht auf Gründen von Gewerkschaften und plötzliche Betriebsschließungen wegen Umstrukturierungen. Der Grund für diese Probleme: Die Kleidung für Menschen im globalen Norden soll möglichst günstig sein. Die Auswirkungen aber sind fatal.

Der Mindestlohn in Bangladesh beträgt zur Zeit rund 80 Euro (8.000 Taka) im Monat. Allerdings reicht dieses Geld nicht aus für einen normalen Lebensunterhalt. Die Gewerkschaften haben das Doppelte gefordert. Das Beispiel in Bangladesh lässt sich auf den Großteil der Produzenten in anderen Ländern wie Bangladesh und China übertragen.

Billige Mode geht außerdem auch nur mit Kinderarbeit. Laut der Internationalen Arbeitsorganisation arbeiten allein in Asien 62 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen. Sie müssen arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen und können stattdessen nicht in die Schule gehen. So entsteht ein Teufelskreis: durch die mangelnde Bildung können diese Kinder nur einfach Jobs später annehmen, wodurch es keinen Weg aus der Armut gibt.

Was können wir tun?

Auch hier ist es, genau so wie bei den Umweltfolgen, hilfreich, zertifizierte Kleidung zu kaufen. Allerdings verhindert Kleidung aus Biobaumwolle nicht zwingend die Kinderarbeit. Die Arbeitsbedingungen beim biologischen Anbau sind zwar besser, weil keine Pestizide genutzt werden, Kinderarbeit und Niedriglöhne kann es aber trotzdem geben. Wer Kleidung kaufen möchte, für die ein menschenwürdiger Lohn bezahlt wurde und für die keine Kinder arbeiten mussten, kann auf diese Siegel hier achten:

In diesem Artikel haben wir dir die Vorteile der jeweiligen Label einmal aufgelistet. Natürlich sind fair produzierte Klamotten teurer, allerdings kann man sichergehen, dass möglichst wenig Schaden angerichtet wurde.

Wie auch bei den ökologischen Folgen unserer Kleidung, hilft auch gegen die negativen sozialen Folgen Kleidung gebraucht zu kaufen. Je länger ein Kleidungsstück getragen wird, desto besser.

Wir Menschen wählen mit den Füßen: je mehr sich für fair und biologisch produzierte Kleidung entscheiden und so den großen Modekonzernen den Rücken kehren, desto mehr steigt der Druck auf genau diese Konzerne. Natürlich ist faire Mode teurer als ein T-Shirt bei Primark – wenn man sich dafür aber weniger Kleidung kauft und diese komplett austrägt, muss man insgesamt nicht mehr Geld ausgeben. Außerdem sind auch Markenklamotten teilweise sehr teuer – mit dem Preis zahlt man allerdings keine faire Arbeitsbedingungen sondern nur das Tragen der Marke.

Welche Vorschläge hast du, um den sozialen Folgen unserer Mode entgegenzuwirken? Wir freuen uns auf die Diskussion mit dir unten in den Kommentaren!

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2 Gedanken zu „Fast Fashion – die sozialen Folgen“

  1. Es ist für mich unerträglich, was Fast Fashion den Textil-Arbeiter/-innen und unserer Umwelt zumutet. Doch nur noch Fair Fashion (und gebrauchte Kleidung) zu kaufen, hat ganz unverhofft auch mir selbst Vorteile gebracht: Ich verbringe viel weniger Zeit mit der Suche nach Kleidung (die Auswahl ist halt kleiner), mein Schrank ist übersichtlicher und ich gebe weniger Geld aus. Es gibt also wirklich viele gute Gründe, Fast Fashion zu boykottieren!

  2. Ich versuche, Kleidung zu kaufen, die in Deutschland produziert wird. Das ist zwar teurer, aber ich denke, die Mitarbeiter in den Fabriken haben es verdient. Eine Schwachstelle sind natürlich die Lieferketten, deswegen werde ich mir jetzt mal den Artikel über die Label durchlesen. Allerdings kaufe ich nicht viel Kleidung, und meistens tatsächlich nur dann, wenn ich etwas brauche und ich das alte Stück auch nicht mehr mit meiner Nähmaschine flicken kann.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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