Müllfrei(er) Einkaufen – 8 Tipps

Es gibt inzwischen in fast allen größeren Städten und teilweise auch schon in kleinen Dörfern unverpackt-Läden. Allerdings hat nicht jede*r das Glück einen in der direkten Umgebung zu haben. Trotzdem ist es aber möglich müllfrei(er) einkaufen zu gehen. Ich habe dir dieses Mal unsere 8 Tipps zusammengefasst, die wir beherzigen, wenn wir nciht im unverpackt einkaufen.

1. Stoffbeutel/Taschen/Körbe zum Einkaufen mitnehmen

Eine super einfache Maßnahme, um Plastiktüten zu vermeiden. Ich habe inzwischen in meiner Tasche ständig einen Stoffbeutel dabei, so kann ich auch mal spontan einkaufen gehen und muss nicht immer daran denken, extra eine Tasche einzupacken.

2. Eigene Tüte beim Bäcker

Zwar gibt es beim Bäcker meist Papiertüten, doch auch die sind an sich unnötig. Außerdem verbraucht deren Herstellung eine Menge Energie, Wasser und Bäume. Stattdessen bietet es sich an, einfach selbst eine Tüte oder einen Beutel für die Brötchen/das Brot mitzubringen. Zwar dürfen die Verkäufer*innen die fremden Gegenstände (aus hygienischen Gründen) nicht hinter die Theke nehmen, doch können sie die Brötchen auf die Theke legen, von wo man sie selbst einpacken kann. Beim ersten Mal wirst du vielleicht einen etwas überraschten Blick ernten, aber ansonsten sollte das kein Problem darstellen. Und vielleicht kannst du so auch umstehende Kund*innen motivieren, auf selbst mitgebrachte Tüten umzusteigen.

3. Selbst mitgebrachte Dosen an der Käse-/Wursttheke

Wie auch beim Bäcker gibt es hier die Möglichkeit, den Verpackungswahnsinn durch selbst mitgebracht Dosen zu beenden. Auch hier dürfen die Dosen nicht hinter die Theke genommen werden, aber wie beim Bäcker ist ein Abstellen auf der Theke in Ordnung.

4. Alternativ einkaufen bei Gemüse und Obst

Hier ist die Verpackung besonders ärgerlich, denn so ist es meist das Biogemüse, das nochmal extra in Plastik eingeschweißt ist. Das hat den Grund, dass Kund*innen nicht sich ein Biogemüse in den Korb legen können aber nur den konventionellen Preis zahlen. Die erste Möglichkeit sind Bioläden, in denen das Gemüse im Normalfall nicht extra verpackt ist, da es dort nur Bio zu kaufen gibt. Eine andere Möglichkeit ist, Gemüse auf dem Wochenmarkt einzukaufen, auch dort ist es eigentlich immer unverpackt und dazu oft regional angebaut.

Für diejenigen, die keine Zeit haben, jede Woche auf den Markt zu gehen, bietet sich eine Gemüsekiste an. Auch wir haben eine und bekommen damit jede Woche eine Kiste mit Obst und Gemüse von einem kleinen Biobauernhof mit dem Lastenrad geliefert. Solche Gemüsekisten gibt es inzwischen in ganz Deutschland und lassen sich einfach im Internet finden. Im Supermarkt lässt sich auch Müll sparen, indem man einfach selbst zwei, drei Tüten von daheim mitbringt, in welche man das Obst/Gemüse einpackt. So kann man auf die kleinen Plastiktüten des Supermarkts verzichten.

5. Über verpackungsfreie Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe informieren

Auf dieser Karte von Greenpeace findest du alle Möglichkeiten in deiner Umgebung, bei denen du unverpackt einkaufen kannst. Du kannst hier sogar nach einzelnen Produkten sortieren. Wenn eine Möglichkeit, kannst du sie selbst ergänzen.

6. Einkaufen im Unverpacktladen

Die einfachste Methode, Müll beim Einkaufen zu vermeiden bietet natürlich der Unverpackt-Laden. Das Konzept ist, wie der Name es schon vermuten lässt, dass man in diesem Laden ohne Verpackungen einkaufen kann. Das heißt man bringt seine eigenen Gefäße mit, in welche man dann die Lebensmittel fühlt. Wir gehen inzwischen um die zweimal die Woche in den Unverpacktladen – das Ergebnis seht ihr auf dem Titelbild. Unsere meisten Lebensmittel lagern wir zurzeit in Gläsern. Im Unverpacktladen bekommt man tatsächlich so gut wie alles: Gemüse, Obst, Getreideprodukte, Müsli, Nudeln, Süßigkeiten, Waschmittel, etc. – wir waren selbst ziemlich überrascht. Eine Liste mit allen Unverpacktläden in Deutschland findest du ebenfalls auf dieser Karte.

7. Selbst machen

Die wohl offensichtlichste Methode um Müll zu vermeiden. Denn gerade bei Kosmetikprodukten o.ä. ist es wirklich schwer, Müll zu vermeiden. Daher machen wir inzwischen auch vieles selbst und bemühen uns auch weiterhin, auf noch mehr selbstgemachtes umzustellen. Das Ergebnis kannst weiter auf unserem Blog verfolgen.  Hier findest du zum Beispiel ersten Rezepte zu Brot, Sauerteig und Hafermilch.

8. Große Gebinde kaufen

Insbesondere bei Nudeln, Reis, etc. fällt es ohne unverpackt Laden schwer auf Verpackungen zu verzichten, doch es gibt einen Trick, mit dem man die Verpackung zumindest reduzieren kann: Nudeln und Co. in großen Gebinden kaufen. Insbesondere gut haltbare Lebensmittel kann man getrost in großen Verpackungen kaufen und so Müll einsparen.

Pro Kopf produziert jede*r Bürger*in 455 Kilogramm Müll pro Jahr bzw. über 37 Millionen Tonnen Müll pro Jahr in ganz Deutschland! Fast die Hälfte ist dabei Verpackungsmüll. Lass uns die Welt gemeinsam ein wenig müllfreier gestalten und diese Zahlen senken!

Wenn du noch weitere Tipps hast wie man Müll, insbesondere beim Einkaufen vermeiden kann, dann kommentier gerne unten 🙂

Du fandest diesen Artikel interessant? Dann schau doch in unserer Zero Waste Academy vorbei. Dort haben wir zu diesem und vielen weiteren Themen Videos vorbereitet.

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7 Gedanken zu „Müllfrei(er) Einkaufen – 8 Tipps“

  1. Ich finde deine Zusammenstellung sehr gut. Ich versuche auch immer mehr weg vom Plastik & Verpackungsmüll zu kommen und nach dem Prinzip der Permakultur zu leben. Versuche mittlerweile auch viel auf Selbstversorgung im eigenen Kleingarten mit Obst/Gemüseanbau umzustellen und durch Konservierungsmethoden auch im Winter haltbar zu machen.

    Bei Obst/Gemüse was ich gerade nicht im Garten habe ist der „Türke“ auch meine Anlaufstation nummer 1. Oft ist die Qualität da auch viel besser als im Supermarkt. Leider muss ich feststellen, dass der Türke aber zu 90% Ware aus der Türkei, Südeuropa und noch weiter weg hat. Viele Supermärkte stellen gerade auf lokale Produkte um. Neben dem Verpackungsmüll, sollte man das auch immer noch als Faktor beim Kauf einbeziehen.

    Nächster Punkt ist Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern. Ich habe dafür Vakuumdosen/Gläser gekauft und benutze keine Frischhaltefolie oder Alufolie mehr. Kräuter wickel ich in ein Tuch das mit Apfelessig getränkt ist ein. Dadurch halten sie eine ganze Woche im Kühlschrank. Auch kann man generell die Haltbarkeit im Kühlschrank von Lebensmitteln erhöhen indem man alle paar Wochen alle Fächer mit einer Backsodalösung reinigt. Verhindert effektiv Schimmel/Keime. Mein Brot packe ich in einen Brottopf aus Terrakotta. Darin hält es viel länger frisch, trocknet nicht ein und ich brauche auch keine Umverpackung.

  2. Wir versuchen seit Wochen angestrengt die Bäcker Papiertüten zu umgehen. Leider müssen wir uns immer pampige Antworten anhören. Teilweise weigern sich die Verkäufer und tun es trotzdem in die Tüte. Dabei wäre ein Übergabekorb eine Lösung. Wir haben das jetzt aufgegeben. In meiner Heimat Sachsen ist das überall total normal mit Jutebeutel aber hier in NRW geht es irgendwie nicht. Werde wohl dazu über gehen selber wieder Brötchen zu backen

    1. Liebe Annett, das ist aber sehr schade, dass die VerkäuferInnen sich da weigern. Das habe ich tatsächlich bisher in Bäckereien sehr selten erlebt. Selbst backen scheint da tatsächlich eine gute Alternative.

  3. Tolle Tipps! Leider ist der OriginalUnverpack-Laden in meiner Gegend etwas teurer. Aber ein guter Mix macht es sicherlich auch.

    Papier – vor allem für Notizblöcke etc – kann man auch super sparen, in dem man z. B. die Pizzaverpackung nicht wegwirft. Einfach zurechtschneiden und losschreiben. Mein Favorit: Umbeutel von Tee sammeln und dort kleine Nachrichten, Notizen etc draufschreiben. Ich selbst brauche gar keine Notizblöcke mehr; im Büro funktioniert das auch wunderbar.

    1. Das ist auch eine super Idee! Dann landen unsere Pizzakartons und Teeverpackungen in Zukunft auf jeden Fall erstmal nicht im Altpapier. Ich benutze nämlich gerne kleine Zettel für meine To-Do-Listen, da eignet sich das ja perfekt. 🙂

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