Wie umweltfreundlich ist eigentlich Papier?

Das ist uns doch allen schon mal passiert: Man geht spontan einkaufen und hat dann keine passende Tasche dabei. Nun steht man an der Kasse vor der Entscheidung: Plastiktüte oder Papiertüte? Tatsächlich ist es keinesfalls so, dass die Papiertüte die klar umweltfreundlichere Alternative ist. So benötigt die Herstellung einer Papiertüte fast doppelt so viel Energie wie die einer Plastiktüte. Keine Angst, das soll kein Plädoyer für mehr Plastik sein, aber ich denke es ist wichtig, sich auch mal anzuschauen, wie umweltfreundlich eigentlich vermeintliche Alternativen sind. Deshalb hier ein paar Fakten rund um das Thema Papier.

Deutschland gehört zu den größten Papierverbrauchern

Deutschland ist nach den USA, China und Japan der viertgrößte Papierproduzent der Welt (etwa 22,7 Millionen Tonnen im Jahr 2018) und in Deutschland allein wird so viel Papier verbraucht wie auf den Kontinenten Afrika und Südamerika zusammen. Dabei steigt der Papierverbrauch weltweit stetig an. Es wird in vielen Bereichen eingesetzt, wobei im Jahr 2017 in Deutschland rund 50% des Papiers für Verpackungen gebraucht werden. Besonders problematisch dabei: 90% des Papiers wird nur einmal oder nur kurz genutzt und hat damit eine kurze Lebensdauer.

Der Papierverbrauch bedingt eine erhebliche Umweltbelastung

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Drei Dinge, die wir selbst tun können

  1. Bewusster und sparsamer Umgang mit Papier: Kataloge und Werbung abbestellen, auf unnötige Ausdrucke verzichten, wenig/nichts online bestellen, möglichst beide Seiten eines Papiers nutzen und beim Einkaufen Verpackungsmüll sparen.
    Außerdem auf unnötigen Papierverbrauch bei to-go-Produkten verzichten wie die Bäckertüte oder den to-go-Becher. WWF-Papierexperte Johannes Zahnen: „Wir könnten bundesweit jedes Jahr sechs Milliarden Pappbecher sparen, wenn wir unseren Kaffee unterwegs aus einer Tasse trinken würden. Das sind rund eine halbe Million Bäume, die nicht gefällt werden müssten. Doch ganz ohne Papier geht es auch nicht, deshalb: Recyclingpapier kaufen.
  2. Kauf von Recyclingpapier: Recyclinpapier wird hergestellt, indem Altpapier aufgelöst und die Fasern gereinigt werden. Es hat eine deutlich bessere Umweltbilanz; so benötigt der Herstellungsprozess von Altpapier bis zu 70 Prozent weniger Wasser und bis zu 60 Prozent weniger Energie. Aber: Ähnlich wie  bei anderen Recyclingprozessen (siehe: Warum Recycling nicht genug ist), ganz ohne Holz und frische Fasern geht es nicht. Technisch ist nur ein maximaler Anteil von 80% Altpapier möglich, so dass immer wieder frische Fasern hinzu gegeben werden müssen. Der Umstieg auf Recyclingpapier lohnt sich auch bei Klopapier und Co. So verbraucht jede/r Deutsche durchschnittlich 15 Kilogramm Hygienepapier im Jahr – Tendenz steigend.
  3. Die richtige Entsorgung von Altpapier: Damit Papier recycelt werden kann, muss es sachgerecht entsorgt werden, daher ist die richtige Entsorgung von Papier der dritte wichtige Punkt. Egal ob vollgeschriebene Hefte, Zeitschriften, geschredderte Papiere aller Art, Pappkartons oder Schreib-, Kopier- und Druckerpapier, das alles gehört in die Altpapiertonne.

Das hilft am meisten: Vermeiden!

Papier ist also keineswegs ein umweltfreundliches Produkt, das man unbedacht in großen Mengen verbrauchen kann. Auch bei Papier gilt: je weniger wir verbrauchen, desto mehr freut sich unsere Umwelt. Also am besten den eigenen Papierverbrauch nochmal überdenken, um unnötigen Verbrauch zu streichen und auf Recyclingpapier umstellen. Und an der Kasse im Supermarkt? Am Besten in allen Taschen einen kleinen Stoffbeutel verstauen, der ist nämlich (wenn man ihn mehrmals nutzt) am umweltfreundlichsten und nimmt auch nicht viel Platz weg.

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